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So langsam finde ich es bedenklich... nein, ehrlich gesagt traurig - Jainoh

Apr. 9., 2005

05:32 pm - So langsam finde ich es bedenklich... nein, ehrlich gesagt traurig

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Bin ich wirklich die einzige, die sich hin und wieder mit dem Thema beschäftigt: 'Wie kritisiere ich eine andere Autorin, so dass sie nicht vollkommen beleidigt, deprimiert, entmutigt, aggressiv, den Tränen nahe oder gar vom Schreiben mittels Schocktherapie abgebracht wird?' Die community loeschdich macht vor, wie es auch anders geht. Hier darf gaaaaaaaaaanz öffentlich, unter Nennung aller Namen und unter Verwendung aller bekannter Schimpfwörter gelästert werden was das Zeug hält.

Meine Friendslist ist prinzipiell für alle offen, die gern lesen, gern schreiben, sich gern über beides austauschen wollen. Doch nach längerer Zeit des Beobachtens und Abwartens bin ich nun der Meinung, dass meine Friendslist nur noch den Leuten komplett offen stehen sollte, die sich beim Lesen, Schreiben und dem Austausch zu benehmen wissen, wie man es von einigermaßen intelligenten Menschen erwartet. Ich habe also Filter einrichten müssen, was mich schon ein wenig traurig stimmt.
Ich bin kein fan von Big Brother und ähnlichen modernen Auswüchsen der voyeuristischen Fernsehgesellschaft, halte diese eher für Nebenschauplätze für den Abbau von Frust, der es einem erübrigt die eigenen Probleme sehen zu müssen. Die Zuschauer eingerechnet, tut mir leid. Wenn jemand verprügelt wird, bleibt man auch nicht stehen und starrt fröhlich grinsend drauf. Wenn von irgendwelchen vermutlich unbekannten Autoren die vermutlich nicht sonderlich guten Geschichten als Anlass genommen werden, um sich großräumig abzureagieren, dann logt man sich nicht viermal täglich grinsend ein, um zuzusehen, wie die armen Menschlein sich in die Ecke getrieben versuchen zu wehren. Pfui Teufel, mehr fällt mir dazu nicht ein!

Für Interessierte: hierum geht es. http://www.livejournal.com/community/loeschdich/23459.html?#cutid1

Für weiterhin interessierte Leute. Dies sind die Einstellungen, nach denen ich mich richte, nach denen man sich meiner Meinung nach richten sollte: http://home.t-online.de/home/jag-europe/german/fanfic/for_writers/writers_guide_kritik.htm
http://www.loony-archivist.com/ptcarchive/crit.html

Comments:

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From:sashatwen
Date:April 9., 2005 04:03 pm (UTC)
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Ich backe lieber friedlich Muffins. Hmmm... Muffins. Die können Leute auch gerne kritisieren, aber dafür müssen sie erst mal herkommen und welche essen. :-) Und meine Muffins kriegen nur liebe Leute. Ist das ein kulinarischer Friends-Filter?
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From:jainoh
Date:April 9., 2005 06:28 pm (UTC)
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*hugs*
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From:sashatwen
Date:April 9., 2005 04:14 pm (UTC)
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Was mich erschreckt ist, dass die Mädels ihre Kritik auch noch für konstruktiv halten und sich wundern, wenn jemand deswegen wütend ist. (s. letztes Kommentar auf dem Link) Sie reagieren anscheinend nicht nur ihren Frust ab, sondern halten sich für rechtschaffend. :-(
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From:fleurrochard
Date:April 9., 2005 04:19 pm (UTC)
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Ich hab das Ganze jetzt nur mal überflogen - aber bezog sie sich dabei wirklich auf den Verriss auf LoeschDich? Ich hatte den Eindruck, sie meinte Kommentare, die direkt zur Geschichte gepostet wurden. Vielleicht enthielten die ja tatsächlich konstruktive Kritik?
Den Verriss auf LoeschDich als "konstruktive Kritik" zu bezeichnen wäre allerdings eher sonderbar.
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From:sashatwen
Date:April 9., 2005 04:22 pm (UTC)
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Angeblich hat sie der Autorin einen Kommentar hinterlassen, der in etwa diesen Wortlaut hatte:

http://www.livejournal.com/community/loeschdich/23459.html?thread=280739#t280739
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From:sevilemar
Date:Juli 7., 2005 04:44 pm (UTC)
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Was mich erschreckt ist, dass die Mädels ihre Kritik auch noch für konstruktiv halten und sich wundern, wenn jemand deswegen wütend ist.

1. loesch_dich ist KEINE Seite für konstruktive Kritik. Wer etwas anderes behauptet, hat den SInn nicht verstanden oder die user-info nicht gelesen

2. Ich bitte doch darum, nicht alle Mitglieder von loesch_dich über einen Kamm zu scheren, ja?

greetings
sevil
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From:jainoh
Date:April 9., 2005 06:33 pm (UTC)
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Ah, dann kannst du sogar von betroffener Warte aus sprechen. Aber ich persönlich finde deine Bilder sehr gut gelungen. Auf jeden Fall die Bilder, die ich bislang gesehen habe. Jeder hat seinen eigenen Stil und gerade das mag ich ja auch. Abpausen, damit es perfekt wird, beeindruckt mich nicht sonderlich.
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From:frogspace
Date:April 9., 2005 04:59 pm (UTC)
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Wie kritisiere ich eine andere Autorin

Ah. Aber darum geht es bei Communities wie loeschdich nicht. Solche Communities, Listen und Aktivitäten sind nicht dazu da, etwas für den Autor zu tun (genauso wenig wie Empfehlungen und Reviews für den Autor gedacht sind), und einen solchen Anspruch an sie zu stellen ist absolut fehlgeleitet. Das ist weder Sinn, Zweck, noch Zielsetzung. Worum es dabei geht, ist die eigenen Leser zu unterhalten, die Leute, für die man die "Kritik" schreibt. (Etwas, das ich, nebenbei bemerkt, für völlig legitim halte. Nur weil ich mich über eine Story unterhalten will, heißt das noch lange nicht, dass ich mich mit dem Autor darüber unterhalten möchte.) In dieser Hinsicht unterscheiden sich solche Meta-Aktivitäten nicht sonderlich von denen, die die Texte hervorbringen, mit denen man sich befasst. Der Unterschied ist jedoch, und da gebe ich dir Recht, dass ein Verriss zur Erheiterung der Massen gleichbedeutend damit ist, sie auf Kosten eines anderen zu unterhalten. Wie man dazu steht und ob man zu dem Preis unterhalten werden möchte, kann jeder selber entscheiden.

Manche Leute verlieren hin und wieder die Natur ihrer Aktivitäten aus den Augen und verwechseln ihr eigenes Entertainment mit Kritik für den Autor; genauso wie manche Leute es für eine gute Idee halten, dem einen oder anderen Schauspieler sexuell explizite Geschichten mit ihren Charakteren unter die Nase zu reiben.
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From:sashatwen
Date:April 9., 2005 05:59 pm (UTC)
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Du magst in gewisser Weise recht haben. Die Frage, inwiefern das Internet ein öffentlicher Raum ist oder nicht, wird sich wohl nie hinreichend beantworten lassen. Wir klatschen Zeitungskolumnisten und Komikern zu, die sich äußerst säurehaltig über Personen unseres Zeitgeschehens äußern, wenn auch (teils) auf einem bedeutend höheren Niveau als die Damen. Haben sie das Recht dies zu tun, weil die Texte und (Schand)taten ihrer "Opfer" Teil unserer öffentlichen Kultur sind?

Die Frage könnte in Bezug auf Fandom auch lauten: Darf eine Geschichte verrissen werden, sobald jemand sie ins Internet stellt? Ist alles erlaubt, was noch unter freie Meinungsäußerung fällt? (Zumal krude Beleidigungen das meist nicht tun)

Genau so gut könnte man die Aktivitäten auf loeschdich jedoch auch mit einem Kreis Hobbysportler gleichsetzen, die sich über übergewichtige Jogger kranklachen, oder über Anfänger am Barren, die ständig herunterfallen. Auch wenn sie dies nicht in Gegenwart des Objekts ihres Spotts tun, finde ich so etwas abscheulich.
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From:jainoh
Date:April 9., 2005 06:40 pm (UTC)
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Ich halte es für legitim, einer Autorin z.B. in einer mail den Hinweis auf das F7 in Word zukommen zu lassen, wenn die RS unter aller Sau ist. Auch zum setting, plot, zu den charas kann man gern was schreiben. Ich erinnere mich sehr gut, dass ich von einer Autorin eines sehr sehr düsteren Werkes die Bitte um eine Meinung erhalten hab und ich musste ablehnen, weil es wirklich wirklich zu krass für mich war. Aber dergleichen kann man ja freundlich schreiben.
Manche Leute verlieren hin und wieder die Natur ihrer Aktivitäten aus den Augen und verwechseln ihr eigenes Entertainment mit Kritik für den Autor

Und genau das ist, was mich an der Community stört. Es wird hier nicht aus Versehen verwechselt. Von Anfang an war dieser Verriss so geplant und das ist sehr traurig.
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From:draconoamalfoy
Date:April 23., 2005 05:53 pm (UTC)
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Ähm ich bin erstmal etwas schockiert ^^"...
Ich hab nur den Link dieser Seite von einer Freundin bekommen und sollte es mir mal anschauen und war sehr entrüstet über diese Art zu kritisieren, jedoch war mir zu diesem Zeitpunkt (vor 5 Minuten ^^") nicht bewusst, dass es hier darum geht Storys fertig zu machen / runter zu putzen. Ähm... also ganz im Ernst, wenn dies Sinn und Zweck ist, dann liegt das hier etwas auf dem Niveau der Bild Zeitung und was man zu deren Niveau sagen kann... ich glaub nich viel...
Unterhaltung ist gut, Unterhaltung ist schön, aber nicht auf Kosten anderer.
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From:jainoh
Date:April 10., 2005 06:03 am (UTC)

Re: Teil 1/2

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Da will man helfen, eine Geschichte zu verbessern, schreibt eine gute, ausführliche, hilfreiche Kritik für den Autor, und bekommt nur Flames zurück oder die Antwort: "Wenn es dir nicht passt, dann lies es nicht!1!"

Ich weiß, dass es schwer ist, aber hin und wieder muss man einfach einen Schritt zurück treten und vielleicht muss man auch seinen Blickwinkel um einige Grad ändern, um mit einem Mal erkennen zu können, worum es geht.

Ihr kritisiert aus einem unmöglichen Winkel aus unmöglicher Höhe in eine Gruppe hinein, zu der ihr selbst nicht zählt. Nicht mehr zählt. (Vermute ich mal, anders kann ich es mir nicht vorstellen)

Hier geht es um folgendes. Autorinnen unbekannten, aber in den allermeisten Fällen noch nicht allzu fortgeschrittenen Alters entdecken das Internet, entdecken die Geschichten, entdecken erotische Literatur und lesen sich mit heißen Ohren bis hin zum elterlichen Ausrasten durch alles, was sie nur kriegen können.
Es ist wie mit der Musik, wie mit Klamotten, wie mit der ersten Knutscherei. In einem bestimmten Alter kommt es zunächst nicht auf Qualität und einen eigenen Stil an, sondern darum etwas überhaupt zu entdecken.
Wenn diese Autorinnen von den Entdeckerinnen zu Autorinnen geworden sind, dann ist ihr Input von der Quantität riesig, qualitativ jedoch haben sie ihre Auslese in der Gier auf das Neue, Schöne nicht sonderlich gewählt getroffen.
Und ebenso ist ihr Output nicht gerade gering, wie man an den vielen übervollen Archiven unschwer erkennen kann. Diese Geschichten dienen aber nicht dem Lesegenuss einiger weniger Leute, die auf der Suche nach kostenloser aber dabei qualitativ hochwertiger Lektüre sind. Sie dienen einzig und allein dem Stillen des Hungers in einer Leserschaft, die ebenso auf Entdeckung geht.

Ihr bietet einen Service an, der euch vielleicht großmütig und nötig erscheint, aber in Wirklichkeit erreicht ihr damit genau das gleiche wie Entwicklungshelfer, die Turnschuhe nach Afrika karren und sie armen afrikanischen Barfußkindern auf die schrundigen Füße zwängen. Die Entwicklungshelfer waren genauso enttäuscht und böse, als ihnen ihre schönen Turnschuhe um die Ohren geflogen sind, weil die Kinder sie als einengend und schmerzhaft empfanden.

Was das Beschimpfen angeht... man kann auch ohne Schimpfworte dermaßen herablassend und beleidigend werden, dass man besser den Mund gehalten hätte, bzw. die Finger still auf der Tastatur hätte ruhen lassen. Ich hab nur in wenigen Beispielen gelesen, aber wenn als 'konstruktive Kritik' so etwas wie *würg, brech, anlauf, Luft schnapp* verzeichnet ist, dann würde ich das als Beleidigung bezeichnen.
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From:atti_br
Date:April 10., 2005 12:34 am (UTC)
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Ich bin ja nach wie vor der Meinung, eine Veröffentlichung einer Story im Internet ist eine Veröffentlichung. Und für mich gehört zu der Veröffentlichung einer Story ein Lektorat.

Heutzutage scheint es aber so zu sein, daß man jeden beliebigen geistigen Dünnsinn einfach veröffentlichen kann (wie man auch hier an meinem eigenen Kommentar prima sehen kann *g*) und diese tollen automatisierten Archive fördern das ganze nur noch. Resultat: Du stehst vor einem Mordsstoryberg und bis Du wirklich mal was halbwegs brauchbares gefunden hast, vergehen in der Regel Tage (außer Du hast vorher eine gute Rec-Seite besucht *g*).

Ich bin davon überzeugt, daß uns vieles, was Löschdich verreißt, durch gute Betaarbeit 'erspart' geblieben wäre (zumindest in der Form, wie's jetzt online steht).

Für mich ist das, was einige da so veröffentlichen, eine echte Vergewaltigung des Lesers - das geht los bei der Rechtschreibung über seltsame Formulierungen bis hin zu noch merkwürdigeren Plots. Da frage ich mich manchmal wirklich: muß das sein, nur weil es geht?

Insofern kann ich es schon verstehen, daß man eine solche Community gründet. Frei nach dem Motto: Leser schlagen zurück. Und zugegebenermaßen manchmal ist es schon recht amüsant zu lesen. Allerdings bin ich auch manchmal schon fast versucht, den Verriß zu verreißen, weil sich da teilweise über vollkommen normale Dinge mokiert wird oder man über die Rechtschreibung und Grammatik von jemand anderem lästert, aber selber Fehler macht. *eg*

Ob das nun moralisch vertretbar iat. Schwer zu sagen. Ich gebe Dir recht, daß es sicher manchen Autoren auf ewig entmutigt und daß es sicher schade um das Potential ist. Aber andererseits: wem seine Story so scheißegal ist, daß er sie ohne Lektorat veröffentlicht, dem sollte dann auch so ein Verriß am Arsch vorbeigehen.

Ich habe mir, als ich Loeschdich beigetreten bin, fest vorgenommen, keine Storyverrisse zu schreiben. Denn für mich paßt das nicht zusammen: einerseits Storys zu archivieren und andererseits Storys und Autoren zu verreißen - eines von beidem geht nur, wenn man glaubwürdig bleiben will. Aber natürlich will ich wissen, was da verrissen wird, denn es könnte ja was aus meinem Archiv sein. ;-) War's auch schon mal, obwohl sie die Geschichte woanders gefunden hatten. Ach ja, bewußte Geschichte ist trotz Verriß natürlich immer bei mir im Archiv online.
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From:atti_br
Date:April 10., 2005 12:37 am (UTC)
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Der letzte Satz sollte heißen:
Ach ja, bewußte Geschichte ist trotz Verriß natürlich noch immer bei mir im Archiv online.
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From:jainoh
Date:April 10., 2005 06:18 am (UTC)
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Ich bin ja nach wie vor der Meinung, eine Veröffentlichung einer Story im Internet ist eine Veröffentlichung. Und für mich gehört zu der Veröffentlichung einer Story ein Lektorat.


Ein Lektorat gehört sich, wenn man ein Buch verkaufen will. Wenn es gedruckt und für Geld in der Öffentlichkeit präsentiert wird. Wenn ein Autor/eine Autorin dies tut, dann mit dem Ziel, von der Schreiberei leben zu können. Mit dem Ziel, die Arbeit vor aller Augen bestehen zu sehen. Dann kommt Marcel Reich-Ranicki und zieht über diesen Autor her (warum nur hab ich Günther Grass vor Augen?), der Autor zieht über den Kritiker her und beide gehen hinterher ein Bier trinken, denn das gehört zu Geschäft.
Für die Internetgeschichten gilt das, was ich oben bei beldarancara geschrieben habe. Eure wohlgemeinte Kritik, wie ihr sie seht, ist ein unerwünschtes Angebot. Der Dienst, den diese Autoren leisten ist kein intellektuelles Aufpolieren, sondern Futterlieferung für eine Masse an hungrigen Lesern.
Vielleicht angelehnt an die heute quantitätsbewusste Gesellschaft nicht gerade das nahrhafteste Futter, der McDonalds im Restaurantvergleich, aber wir sehen wie viele Leute sich diese Fettpappe reinziehen, dann wissen wir auch genaustens, dass ihr auf die Internetliteratur übertragen, sozusagen Michelin Restaurantkritiker in McDonaldsfilialen scheucht.
Wenn man das tun würde, dann wäre es doch unglaublich klar, dass die Kommentare zum Mangel an Präsentation des Essens (Auge isst mit), Mangel an Raffinesse, Mangel an so ziemlich allem, was man von einem guten Essen erwartet von dem normalen McDonaldsfilialleiter sehr verständnislos und natürlich auch wenig eloquent mit 'Es ist frisch und da ist Salat drauf' beantwortet würde.
So erklärt sich der Frust der Mitglieder bei loeschdich. Und, um meine Einstellung zu kritisieren. Wenn so ein Michelinkritiker aus einem McDonaldsrestaurant kommt, setzt er sich nicht hin und schreibt eine langatmige Kritik, um hinter her kreuzbeleidigt zu sein, wenn der Filialleiter ihm ein wenig konstaniert mitteilt, was ich oben vorhergesagt hab.
Der Michelinkritiker isst bei McDonalds vielleicht weil er mit seiner Tochter hin musste (weil das Kindergeschenk gekauft werden muss), er geht heim, macht sich einen teuren Chablis auf und lächelt darüber, dass Genuss nicht in Massen kommen kann.
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From:andi_san
Date:April 10., 2005 12:45 pm (UTC)
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Also ich denke wenn man die Werke anderer kritisiert, sollte man sich erst mal überlegen, wie man selbst auf so eine Wortwahl reagieren würde. Ich hab nichts dagegen, wenn man mir sagt, das war schlecht. Aber dann bitte mit einer Begründung, die auch nachvollziehbar ist. Sicher gibt man immer nur seine eigene (subjektive) Meinung wieder. Ach wenn man noch so versucht objektiv zu sein! Aber dabei kann man auch darauf achten, was man sagt und vor allem wie man es tut. Immerhin will man doch dem Autor helfen (ich zumindest) und nicht ihn so niedermachen, das er nie wieder ein Wort schreibt.
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From:jainoh
Date:April 11., 2005 06:01 pm (UTC)
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Immerhin will man doch dem Autor helfen (ich zumindest) und nicht ihn so niedermachen, das er nie wieder ein Wort schreibt.

Und genau das bezweifle ich nach meiner letzten Durchsicht. Zudem, vielleicht wollen manche ja auch keine Hilfe, das sollte man auch respektieren.
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From:blady
Date:April 10., 2005 07:53 pm (UTC)
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Hm, du hast natürlich Recht. Aber ich muss zugeben, dass ich dennoch loeschdich gerne lese und mich teilweise furchtbar amüsiere. Es ist nicht wirklich nett, da hast du Recht, und konstruktive Kritik ist es sowieso nicht. Aber irgendwie ... hm, du mbringst mich wirklich zum Nachdenken *lach* Ich habe noch nie wirklich darüber nachgedacht wie der Autor sich fühlt.... (Schrecklich irgendwie...)
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From:jainoh
Date:April 11., 2005 06:03 pm (UTC)
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Da es im Fernsehen schon so inn ist, mehr zu lästern als zu berichten, kommt niemand mehr auf den Gedanken, dass der Umgangston auch auf einen selbst zurück fällt. Ist eben chic geworden. Ein Trend, den ich nicht mag und nicht mitmachen werde.
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From:svenia
Date:April 17., 2005 10:36 pm (UTC)
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Hallo und sorry, daß ich mich mal einfach so in die Diskussion einklinke. Ich habe Löschdich erst gestern entdeckt und war total baff, daß es noch so etwas gibt. Ich bin Webmistres von Critic's Corner, einem Kritikerforum, in dem auch schlechte Fanfics verrissen werden. Allerdings würdigen wir auch die guten, geben Hilfestellung, wenn es erwünscht ist und versuchen mittlerweile, es von der konstruktiven Seite angehen zu lassen.

Angefangen haben wir anscheinend genauso wie Löschdich, eine Gruppe von restlos frustrierten Fanficlesern, deren Ansprüche ein bißchen höher liegen, als das, was mittlerweile der vorherrschende Tenor ist.
Wir haben ebenfalls die Erfahrung gemacht, daß man auf höfliche, ausführliche und konstruktive Kritik in den meisten Fällen vom Autor und seinem Fanclub mit wüsten Beschimpfungen und regelrechten Haßmails überschüttet wird.

Unser erstes Forum war ein rein privates und diente nur zum Dampf ablassen, dann sind wir vor einiger Zeit dazu übergegangen, den Link auch öffentlich zu machen. Jeder Autor, dessen Story bei uns besprochen wird, bekommt den Link zu uns, um an der Diskussion teilnehmen zu können.

Irgendjemand hat hier so schön gesagt, die Leser schlagen zurück, und das trifft es ziemlich gut. Erinnert euch mal an die Fanfic-Szene vor ein paar Jahren, da waren wesentlich mehr gute dabei und man hatte den Eindruck, die Autoren geben sich wirklich Mühe. Es sind damals wie heute auch bei weitem nicht nur Teenager, die Fanfics schreiben.

Wenn man sich jetzt die einschlägigen Archive anschaut, ist es erschreckend, wie es mit der Qualität rapide den Bach runtergegangen ist. Gute Stories kann man mittlerweile mit der Lupe suchen. Ein Großteil der Fics wirken, als wären sie nicht einmal Korrektur gelesen, wo man die Rechtschreibprüfung findet, überfordert auch sehr viele und ein Beta scheint wohl auch Zeitverschwendung zu sein.

Wenn sich jetzt Hundertschaften von Möchtegernautoren das Recht herausnehmen, mit ihren Ergüssen die Fanficlandschaft zu überschwemmen, obwohl sie von Rechtschreibung, Grammatik etc. weder Ahnung noch das geringste Interesse haben, daran irgendetwas zu verbessern, nehme ich mir auch das Recht heraus, ihre Stories zu kritisieren!
Wenn jedes Archiv immer mehr zu einer Müllhalde aus Porno, Rape, Pädophilie und so weiter mutiert, habe ich auch keine Lust mehr, immer nur Rücksicht auf irgendwelche vor- oder spätpubertäre Autoren zu nehmen und drauf zu hoffen, daß sich das von alleine vielleicht irgendwann wieder bessert. Es ist schließlich meine kostbare Freizeit, die bei der Suche nach gutgeschriebenen Sachen draufgeht und daß ich jedesmal länger suchen muß, darauf nimmt auch niemand Rücksicht.

Wenn auch noch der größte Schrott hunderte von Jubelreviews bekommt, wie soll denn da so ein Schreiber wissen, was er da verbockt hat? Ich meine deshalb, es ist durchaus wichtig, daß sich überhaupt mal jemand traut, eine Story auch mal kritisch auseinanderzunehmen. Jeder Schreiberling geiert nach Reviews, diese sind aber im Grunde nichts anderes als die Frage 'Wie gefällt dir meine Story'. Ich sage, wenn sie mir gefällt und warum, aber genauso auch, wenn ich sie furchtbar finde, ebenfalls mit Begründung. Wer damit nicht leben kann, hat Pech gehabt. Und wenn man mit dem ehrlich seine Meinung sagen mal anfängt, finden sich sehr schnell Gleichgesinnte, die die Schnauze ebenfalls gestrichen voll haben.

Gruß, Svenia

P.S: Wer möchte, kann uns gerne besuchen, allerdings muß man sich anmelden, da wir sonst von Flames und Spam überschüttet werden. Ihr findet unser "gnadenloses Rezensentenforum" unter
http://76845.forum.onetwomax.de
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From:jainoh
Date:April 18., 2005 05:56 pm (UTC)
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Irgendjemand hat hier so schön gesagt, die Leser schlagen zurück, und das trifft es ziemlich gut. Erinnert euch mal an die Fanfic-Szene vor ein paar Jahren, da waren wesentlich mehr gute dabei und man hatte den Eindruck, die Autoren geben sich wirklich Mühe. Es sind damals wie heute auch bei weitem nicht nur Teenager, die Fanfics schreiben.

@Schlagen zurück. Ich hab mich als Leserin noch nie geschlagen gefühlt. Bislang war ich stets freiwillig auf Archiven, auf denen andere Freiwillige kostenfreie Texte posten. Dass die zum Teil nicht dem höchsten qualitativen Anspruch entgegen kommen, war mir stets klar. Wenn ich den will, investiere ich doch tatsächlich noch in das altertümliche Äquivalent zu Papier, ein Buch. Ich kaufe es und lasse den 'guten Autor' damit wissen, dass ich mir das Recht auf eine auch mal vernichtend kritische Meinung erworben habe. Das muss er für 'das' Geld auch aushalten können.

@Früher war alles besser. Darüber musste ich lachen. Nein. War es nicht, keine Spur. Früher war da weniger, aber besser? Für statistische Aufarbeitungen dieser These bin ich aber jederzeit zu haben.

Es ist schließlich meine kostbare Freizeit, die bei der Suche nach gutgeschriebenen Sachen draufgeht und daß ich jedesmal länger suchen muß, darauf nimmt auch niemand Rücksicht.

Ah, und in dieser kostbaren Freizeit steht es dir auch sehr frei, alles andere zu tun, als diese offensichtlich schmerzhafte Tätigkeit auf dich zu nehmen. Ich hab noch niemanden getroffen, der gezwungen worden ist, die Archive zu durchschnüffeln wie ein armes Schwein auf der Trüffelsuche.

Zusammenfassend zu deinem Beitrag. Eigenwerbung hättest du auch mit weniger Worten begründen können. Deine Einstellung entspricht der mir wirklich nicht begreiflichen - vielleicht bin ich schon zu lange im internet unterwegs oder auch am Lesen und Schreiben, um mich noch derart wichtig nehmen zu wollen.
Insgesamt kann man doch folgendes sagen: veröffentlicht werden diese ('schmerzlich und bekämpfenswert schlechten') Geschichten nicht, denn natürlich werden sie nicht an einem Lektor vorbei kommen und dafür sind sie auch nicht gedacht. Wozu also aufregen, wenn da Leute (gleich welchen Alters... die Alterserwähnung als Argumentationsgrundlage regt mich mittlerweile fast genauso auf) ihre kreativen Eingebungen schreiben, sich inspiriert gefühlt haben und sich mitteilen wollten.
Das internet ist nun mal nicht der private Kleingärtnerverein, bei dem man ein 'Bitte draußen bleiben' Schild an den Zaun hängen kann, wenn einem wer auf das Feng Shui gepisst hat.

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From:mohya
Date:September 20., 2006 10:31 pm (UTC)
(Link)
da das hier wie ein offizieller "bitte hier anmelden"-eintrag aussieht, melde ich mich hier mal.
klingt garnicht schlecht, was ich jetzt grad von deinem lj gelesen hab und es wär toll, wenn du mich adden könntest.

btw: der t-online link funktioniert nicht mehr
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From:jainoh
Date:September 21., 2006 06:55 am (UTC)
(Link)
Habe ich hiermit erledigt. Herzlich willkommen auf der flist unter den memories findest du die Einträge wegen derer ich vornehmlich flocked schreibe.
@link. Da der Eintrag schon etwas betagter ist, grämt es mich eigentlich nicht. Ich lass es einfach mal so weiter stehen.
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