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Bücher über das Schreiben - Jainoh

Jun. 5., 2005

11:46 am - Bücher über das Schreiben

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Hinter dem cut eine Liste, die ich grad mal zusammengeschrieben habe. Für mehr Infos zum einen oder anderen Buch einfach kommentieren.



Manfred Plinke - Vom Schreiben leben
Ein Buch für jemanden, der schon ein Manuskript erstellt hat und dieses nun an den Verlag / an die Agentur bringen will. Es ist eher auch für diejenigen geeignet, die sich mit dem Gedanken tragen, den Beruf, den sie zur Zeit ausüben zu Gunsten des Schreiben aufzugeben. Mir hat es zwar Basisinformationen geliefert, aber eher, um mich zu der Überzeugung zu bringen, dass ich in meiner Freizeit schreiben und nicht darunter leiden möchte.

Wolfgang Bittner - Beruf: Schriftsteller
Wie oben Manfred Plinke schon will auch Wolfgang Bittner einem die Illusionen nehmen, dass Schreiben Spaß bringt. Es wird unter Lektüre dieses Buches eher zu einer Geißel, die man tragen muss, um sich selbst zu finden. Das ist mir nicht sympathisch gewesen, daher rate ich von diesem humorlosen Werk ab, auch wenn es vom literarischen Aspekt her sehr schön zu lesen ist, mit vielen Zitaten untermauert.

Fritz Gesing - Kreativ Schreiben (Handwerk und Techniken des Erzählens)
Dieses Buch folgt den amerikanischen Geschwisterbüchern, die das klassische 'creative writing' näher bringen sollen. Es führt Schreibanfänger Schritt für Schritt und mit Übungen an das Verfassen von Geschichten heran. All die Basisinformationen: Thema, Figuren, Plot, Setting, Spannung und Nachbearbeitung werden erläutert. Klassische Fallen hervorgehoben. In grau unterlegten Kästen wird jedes Kapitel noch einmal zusammen gefasst.
Mein Eindruck: Es eignet sich sehr gut, wenn man noch gar nicht mit dem Thema vertraut ist, weil es viel informiert und wenig verwirrt. Allerdings ist die Aufmachung sehr schlicht. Die Beispiele waren mir nicht immer zahlreich genug.

Ray Bradbury - Zen in der Kunst des Schreibens
Das ist ein sehr merkwürdiges Buch. Vom Autor der Geschichte Fahrenheit 451 geschrieben und für jemanden, der mit dem Schreiben anfangen will von überhaupt keinem Wert, außer dem, dass man lernen kann, sich festzubeißen. Ray Bradbury beschreibt seine Beziehung zum Schreiben sehr bewegend und macht einem Mut auf die eigene Geschichte. Allerdings zeigt er auch die Momente auf, in denen man einem Lektor oder dem Publikum einmal nachgeben muss.
Mein Eindruck: Der Titel ist Programm, es geht um die innere Einstellung beim Schreiben, um das eigene Zen sozusagen. Das Buch empfehle ich, weil es von einem interessanten Mann ist, der einem diese unerklärlich Lust auf das Schreiben auf eine skurrile Art erklären kann.

James N. Frey - Wie man einen verdammt guten Roman schreibt
Wie man einen verdammt guten Roman schreibt 2

Hierbei handelt es sich um einen der amerikanischen Klassiker. James Frey selber hat Krimis geschrieben, aber seine Hauptbeschäftigung liegt beim Unterricht im kreativen Schreiben. Er geht mit Schreibanfängern schrittweise durch den Aufbau eines Romans, von der Idee bishin zur Korrektur und unterfüttert alles mit eigenen Beispielen oder auch passenden Zitaten. Sein Stil ist gerade heraus und leicht zu lesen und zu verstehen. Ich habe sowohl die deutschen als auch die englischen Versionen gelesen und fand die deutschen Versionen gut übersetzt.
Mein Eindruck: immer noch zwei Bücher, die ich auf Nachfrage warm empfehlen kann. Sie informieren ohne zu überfordern. Mit Hilfe dieser Bücher kann man die bösesten Anfängerfehler schon einmal umgehen.

Gabriele L. Rico - Garantiert Schreiben lernen
Der Titel klingt reißerisch. Ein Fehlgriff, wenn man mich fragt. Die Frau selber schreibt nicht so. Sie hat diese Buch selber in zwei Sprachen verfasst und somit alle Beispiele auf die deutsche Version gut angepasst. In diesem Buch geht es weniger darum, wie man vom technischen her schreiben sollte, wie man Figuren oder einen Spannungsbogen erstellt und erhält, sondern vielmehr, wie man seine eigene Stimme in einer Geschichte findet und verstärken kann. Viele der Übungen sind nahe an meditativ und wirklich mit Vorsicht zu genießen, da man ungewollt auch sehr private Erinnerungen aufwühlen kann damit.
Mein Eindruck: Das Buch ist vor allem zu empfehlen, wenn man in einer Gruppe schreibt und sich mit Schreibübungen befasst. Es ist auch sehr gut geeignet, um eine vom Talent und Vorwissen inhomogene Gruppe zu befrieden, denn das Meistern dieser Übungen setzt wirklich nichts weiter voraus als ein Blatt Papier, einen Stift und Mut. Ich mache die lyrischen Aufgaben gern, weil der Sprachrhythmus auch in einer Geschichte viel bewirken kann.

Elizabeth Benedict - Erotik Schreiben
Ein Buch, in dem die verschiedenen Arten Liebesszenen aufgearbeitet werden. Von dem 'ersten Mal' über die 'Hochzeitsnacht' den 'Verbotenen Sex' oder über Ehepaare. AIDS in der Literatur wird genauso erwähnt wie die Andeutungen der klassischen Bücher. Jedes Kapitel wartet mit einigen Beispielen auf, am Ende befinden sich noch Schreibübungen.
Mein Eindruck: Das Buch hab ich mit recht hohen Erwartungen erstanden, die schlankweg enttäuscht wurden. Vielleicht lag es daran, dass ich zu dem Zeitpunkt schon eine ganze Weile erotische Geschichten verfasst und gelesen habe, so dass mir all die präsentierten Informationen fern von neu waren. Inhaltlich kann man zudem bemängeln, dass der Aufbau einer Liebesszene sich wirklich nicht nur nach dem Setting oder den Figuren richten sollte, sondern auch mit sprachlichen Mitteln glänzen kann. Empfehlen kann ich dieses Buch eher Leuten, die einen Krimi schreiben und diesen mit einer Liebesszene ausstaffieren wollen, was sie zuvor noch nie getan haben.

Katrin Girgensohn und Ramona Jakob - 66 Schreibnächte
Der Titel sagt bereits, worum es sich dreht. Die beiden Autorinnen betreuen eine Schreibgruppe und haben in diesem Buch zusammengetragen, wie sie ihre Stunden gestaltet haben. Es geht nicht nur um das Schreiben, auch um die Atmosphäre darum. Passende Musik, Assecoires und Bastelmaterial machen aus den Sitzungen zu den jeweiligen Themen stets etwas für alle Sinne.
Mein Eindruck: ein liebevoll gestaltetes Buch, aus dem ich schon Übungen übernommen habe. Es liest sich interessant und inspiriert. Mit dem Verfassen eine eigenen Geschichte hilft es durch die doch sehr eng gesteckten Themen jedoch nur, wenn man noch gar keine Idee hat.

Sol Stein - Stein on Writing
Dies ist ein Buch für Leute, die eine Geschichte geschrieben haben und diese noch einmal überarbeiten möchten. Vielleicht ist es sogar ein Buch für Leute, die eine Geschichte geschrieben haben, nicht von Verlagen und Agenten angenommen wurden, und die nun gezwungen sind, ihr Werk einem facelift zu unterziehen. Sol Stein ist selber Autor von Krimis (genau wie Frey) und Lehrer für kreatives Schreiben (wie Frey). Sein Buch ist aufgebaut wie viele anderen zum Thema kreatives Schreiben. Zum Plot, zum Anfang, zum Spannungsbogen und zu den Figuren wird das verkündet, was bekannt ist, dabei ist er für das Erstellen einer Geschichte nicht so geeignet, weil die Vorschläge selten prospektiv umzusetzen sind.
Mein Eindruck: Sol Stein hat seinem Buch den Titel Stein on Writing gegeben und in seinem Buch erhält man den deutlichen Eindruck, dass er sich für Gottes Geschenk für verzweifelte Autoren hält. Er ist ein narzisstisches Arschloch und stellt sich zu jedem denkbar möglichen Moment in den Mittelpunkt. Seine Ausführungen sind großmäulig von Ausbrüchen über seine Erfolge eingerahmt und werden von Beispielen aus seinem Krimis unterfüttert. Zum großen Glück bringt er sehr viele Beispiele aus Büchern von Leuten die wirklich schreiben können. Sol Stein - in meinen Augen - ist ein sehr guter Lektor, der offenbar zum Einen nicht verwunden hat, dass ein guter Lektor lange keinen guten Autor macht. Zum anderen bin ich mir sicher, dass er einen verdammt kleinen Schwanz haben muss.
Dennoch. Wer ein Buch geschrieben hat und will, dass aus gut ein besser bishin 'best' wird, der sollte seinen zwischen dem Eigenlob verstecken Hinweisen folgen.

Comments:

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From:lifthrael
Date:Juni 5., 2005 10:09 pm (UTC)
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Hei Jainoh!

Kannst du mir vielleicht ein paar mehr Informationen zu den Büchern

Manfred Plinke - Vom Schreiben leben
James N. Frey - Wie man einen verdammt guten Roman schreibt
Wie man einen verdammt guten Roman schreibt 2
Katrin Girgensohn und Ramona Jakob - 66 Schreibnächte

geben? Und vielleicht auch sowas wie ISBN Nummern, wenn du die zur Verfügung hast? Wäre sehr nett ^.^
Danke schonmal im Vorraus.
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From:jainoh
Date:Juni 6., 2005 05:14 pm (UTC)
(Link)
Plinke - vom Schreiben leben
Frey - Wie man einen verdammt guten Roman schreibt Von dort surft es sich leicht rüber zum Teil 2
66 Schreibnächte

Wenn du noch weitere Fragen zu den Büchern hast, schreib einfach hier rein.
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From:_vanillashake
Date:Juni 15., 2005 12:59 pm (UTC)
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~eep~ Hast du die alle gelesen?
Ach ja, ich wollte nur bescheid sagen -> Namenswechseln [hieß vorher psycho-death]
Wäre echt lieb wenn du mich wieder adden würdest!?

V.
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From:jainoh
Date:Juni 16., 2005 08:58 pm (UTC)
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Jupp, die habe ich alle hier rumstehen und auch alle gelesen, bzw. mit einigen arbeite ich noch immer zwischendurch. Habe dich zur Flist neu hinzugefügt.
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